Eine Leitfigur verlässt uns

Gedenkfeier an Ninos Aho im Assyrischen Kulturzentrum

Der große assyrische Poet Ninos Aho verstarb am 15. Juli 2013 an seiner Blutkrebserkrankung. Hierzu werden in verschiedenen assyrischen Gemeinden deutschlandweit Gedenkfeiern abgehalten.

Der Assyrische Mesopotamien Verein Augsburg veranstaltete heute gemeinsam mit dem ZAVD und der ADO eine Gedenkfeier zu Ehren des großen assyrischen Poeten Ninos Aho.

Der 1. Vorsitzende des assyrischen Mesopotamien Verein Augsburg, Barsavm Alp, begrüßte die Gäste und moderierte die Gedenkfeier. Die Anwesenden haben sich zu einer Schweigeminute erhoben, eher Issa Hanna seinen Beitrag zu Ninos Aho vortragen konnte.
Sait Demir, der im Namen des ZAVD anwesend war, schilderte, wie er Ninos Aho kennengelernt hatte und erwähnte, dass Aho immer die Einheit der Assyrer (Suryoye) erlangen wollte. Aus diesem Grund plane der ZAVD, einen jährlichen Friedenspreis zu Ehren von Ninos Aho auszugeben.
Der 2. Vorsitzende des ZAVD trug auch die Biographie von Ninos Aho vor und dabei wurde den Gästen bewusst, welchen bitteren Verlust das assyrische Volk hinnehmen muss. Besonders emotional wurde es, als ein Video gezeigt wurde, auf dem der große assyrische Poet zu sehen war und die assyrische Hymne „Bethnahrin Atrewat“ mitgesungen hatte.
Israil Makko berichtete über das letzte Telefongespräch mit der Ehefrau von Aho, inklusive der letzten Genesungswünsche, die der große Poet im kranken Zustand mit Freude vernommen haben soll.

Emotional wurde es wieder am Schluß der Veranstaltung, als die beiden Vereinsjugendlichen Augin Gabriel und David Önat das Gedicht „Athuraya Khata“ in deutscher und im Westdialekt der (as)syrischen Sprache vorgetragen hatten.

Wir bedanken uns bei Nurba Yacoub, für die Erstellung der gelungenen Präsentation und sprechen der Familie Aho sowie den Assyrern (Suryoye) weltweit unser Beileid aus.

Zur Person

Geboren wurde Ninos Aho am 24. April 1945 im syrischen Dorf Gerkeshamo. Er zählte zu den Personen, die 1961 die Grundsätze der Assyrischen Demokratischen Organisation(ADO) mitgestaltete und absolvierte im Jahr 1965 sein Abitur in Kamischli. In der syrischen Hauptstadt Damaskus studierte er schließlich Biologie. Der Biologe kehrte im Jahr 1968 nach Kamischli zurück und war dort bis 1970 als Lehrer tätig.
Im Jahre 1970 emigrierte Ninos Aho in den Libanon und kurze Zeit später nach Deutschland. Mit seinen damaligen Freunden der ADO, gab er die interne Zeitschrift heraus, die in (as)syrischer, arabischer und englischer Sprache publiziert wurde. Im Laufe der Zeit wanderte der Poet schließlich in die USA aus und war zwischenzeitlich mit seiner Familie immer wieder in seiner Heimat wohnhaft, wo jedoch ein langer Aufenthalt, aufgrund seiner Erkrankung, nicht möglich war.
Ab dem Jahr 2005 wurde er trotz seiner Krebserkrankung ehrenamtlicher Botschafter des Seyfo Centers. Im April 2012 erlítt sein Sohn Delmon (32) ein Herzinfakt mit tödlichen Folgen. Mit diesem frühen Verlust kämpfte er die letzten Monate seines Lebens. Aho hinterlässt zwei weitere Kinder und seine Ehefrau.

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