ZAVD: Assyrische Christen in Lebensgefahr!

Wir appellieren für ein Einschreiten der internationalen Gemeinschaft!

Bei einem Bombenanschlag auf das assyrische Studenten-Konvoi auf dem Weg in die Universität von Mosul, in der Ninive-Ebene, Nordirak sind am Sonntag 02. Mai 2010 vier Menschen ums Leben gekommen und mehr als 188 Studenten, mindestens 20 von ihnen schwer verletzt worden.

Die Detonation der Sprengsätze erfolgte etwa 100 m vor dem Checkpoint der kurdischen und irakischen Sicherheitskräfte, vor den Toren der Stadt Mosul. Die Busse transportierten die Studenten/innen aus der umliegenden Region von Ninive, 40 km östlich von Mosul, zur Universität der Stadt.

Wir verurteilen, diesen feigen Anschlag auf die assyrischen Studenten und sprechen den Angehörigen der Opfer unseren Beileid aus.

Dieser feige Anschlag stellt keinen Einzelakt gegenüber den Assyrern (auch Chaldäer und Syrer genannt) im Irak dar.

Die Bevölkerungsgruppe der Assyrer, die zu Beginn des Krieges über 1,4 Millionen zählte, wird regelrecht vertrieben und dezimiert. Über Hunderttausende sind nach Syrien, Jordanien und der Türkei geflohen und weitere werden folgen, wenn sich nichts gravierendes ändert. Sie leben dort unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Die Assyrer, die zu den indigenen Volksgruppen des Irak gehören, mit einer über 6000 jährigen Kulturgeschichte, die das Christentum als eines der ersten Völker angenommen haben, sind der Gefahr der Entwurzelung ausgesetzt.

Vor den Augen der westlichen Staaten wird von extremistischen Gruppierungen im Irak systematisch versucht, eine ethnische Säuberung des Iraks zu vollziehen.

Die Gewalttaten islamistischer und nationatlistischer Gruppen reichen von Einschüchterungen, Drohungen, Beleidigungen, Zwangsgelderpressungen, Vergewaltigungen bis zur gezielten Tötungen hin.

Nicht verschleierte christliche Frauen und Mädchen in Bagdad, Basra und Mosul werden immer wieder auf der Straße beleidigt und tätlich angegriffen. Auch Männer ziehen es gegenwärtig vor, sich dem „islamisches Erscheinungsbild“ anzupassen und sich etwa einen Bart wachsen zu lassen.

Radikale Muslime vertreten die Auffassung, dass die Tötung eines Christen eine heilige Handlung sei, die dem Täter den Einlass ins Paradies garantiere. Plakate erklären die christliche Bevölkerung für vogelfrei.

In Mosul haben sich etwa 1’500 weibliche Studenten den ständigen Drohungen gebeugt und die Universität verlassen, weil von ihnen gefordert wurde, dass sie sich der Bekleidungsvorschriften des Islams unterordnen sollten.

Es ist als Fakt festzuhalten, dass Christen als Minderheit in einem Klima allgemeiner moralischer, religiöser und gesellschaftlicher Verachtung leben. Im Irak hat sich eine Intoleranz, eine grundsätzliche Feindschaft zu religiösen Minderheiten herausgebildet, die Bestandteil des Volksbewusstseins geworden ist.

Vor dem Hintergrund dieser offensichtlich systematischen Verfolgung der assyrischen Christen im Irak ist ein Einschreiten der internationalen Gemeinschaft unvermeidbar. Sowohl die irakische Regierung als auch die kurdische Regionalregierung sind nicht gewillt und/oder auch nicht imstande den Schutz und die Sicherheit der christlichen Assyrer zu gewährleisten. Daher ist ein Einschreiten der Vereinten Nationen zum Schutz der Christen erforderlich.

Wir appellieren an die europäischen Staaten und den Vereinigten Staaten,

  • ihr Schweigen bezüglich der Verfolgung und der Vertreibung der Christen endlich zu beenden;
  • sich dafür einzusetzen, dass den assyrischen Christen im Irak mehr Sicherheit und Frieden gewährt wird;
  • sich für den Schutz und den Verbleib der Assyrer in ihrer Heimat und der Gewährleistung ihrer Menschen- und Minderheitenrechte einzusetzen; nicht länger dieser ethnischen Säuberung tatenlos zuzuschauen;
  • die assyrischen Parteien und Organisationen in ihrem Bestrebungen nach einer Autonomie in der Ninive-Ebene zu unterstützen.

Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland (ZAVD)
Assyrian Democratic Movement – Deutsche Sektion (ZOWAA)
Assyrische Demokratische Organisation (ADO) – Sektion Europa

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