Presseerklärung der Assyrischen Demokratischen Organisation (ADO)

Jahrestag des Massakers von 7. August 1933 in Simele Assyrien (Irak)

Die Geschichte unseres Volkes im Laufe der letzten 150 Jahre in seiner Heimat Assyrien ist gepflastert mit Vertreibungen, Verfolgungen, Zwangsumsiedlungen und brutalen Massakern sowie unendlich traurigen Tragödien. Es gibt kaum ein anderes Volk auf dem Erdball, welch seine Situation mit der unsere Volksangehörige vergleichbar wäre, ob in religiöser, Gesellschaftlicher oder politischer Hinsicht.

Wir gedenken jedes Jahr in den Anfangstagen vom August der Tragödie im Jahre 1933, welches als das brutale Massaker von Simele in die Geschichtsschreibung unseres Volkes eingegangen ist.br> Doch was passierte eigentlich in den Tagen vom 7-11. August 1933, bei dem Tausende wehrlose Menschen unseres Volkes ohne Gnade von den Arabischen und Kurdischen Barbaren umgebracht wurden?

Wie kam es zu dieser unmenschlichen Tat und wer hatte alles die Hand im Spiel?

Die Kolonialistischen Engländer, die schon um das Jahr 1840 Kontakt zu den Assyrern in Assyrien aufnahmen, spielen eine gewichtige Rolle, als Mittäter, bei dem tragischen Ereignis im Jahr 1933 in Simele. Durch Missionare und Archäologen, die in unsere Heimat kamen, gewann man nach und nach dem Vertrauen unseres Volkes mit der hinterlistigen Absicht Sie hinterher für die eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen zu missbrauchen. Schon kurz vor dem 1. Weltkrieg wurden militärische Einheiten aus der Jugend der Assyrer gebildet unter englischem Kommando gestellt, mit der festen Zusage die Assyrer im Hinblick auf ihre autonome Selbstbestimmung in Assyrien zu unterstützen.

Doch die ganzen Versprechungen, so wie alle anderen auch zuvor, waren von Anfang an Betrug an unserem Volk. Es wurde in keinerlei Hinsicht Hilfe geboten, weder im Jahr des Schwertes (Seyfo)1915, noch bei der Massakrierung unserer Volksgruppe in der Hakkari Region im Jahre 1924 durch die Türkischen Machthaber. Immer wenn unsere Volksgruppe Hilfe gebraucht hat, war keine für Sie da.

Doch unser Volk hielt immer noch an den christlichen Ländern Europas fest, obwohl diese Ihm bei den Friedensverhandlungen in Lausanne 1923 den Dolchstoss in den Rücken verpassten. Bei der Teilung unserer Heimat Assyrien und der Vergabe von nationalen Rechten wurden die Assyrer in eine staubige Schublade geschoben und zur Vergessenheit verdammt. Die Hoffnung auf einen autonomen Staat im Gebiet des Heutigen Irak wurde dennoch durch die Engländer aufrecht erhalten.

Diese Forderung unseres Volkes auf Selbstbestimmung wurde teilweise im Völkerbund zur Diskussion gestellt. Doch ausgerechnet die „besten Freunde“ unseres Volkes, die Engländer unterstützten dieses wichtige Anliegen nicht. Für die Engländer spielte unser Volk jetzt keine wichtige Rolle mehr für Ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen. Und im Dezember 1932 wurde vom Völkerbund, das Recht der Assyrer auf Eigenständigkeit abgelehnt unter grossen Protest des Patriarchen Mar Schimun. Dieses ohne Zweifel richtige Verhalten von Mar Schimun erzürnte die Araber und auch die Engländer so sehr, dass man den Plan fasste Ihm eine Lektion zu erteilen. Man zwang Ihn Kurzerhand Assyrien zu verlassen und ins Exil zu gehen. Somit war auch hier die Führungspersönlichkeit unter den Assyrer weggeschafft.

Wir verurteilen jedes Morden an unserem Assyrischen Volk und fordern eine Anerkennung durch die Verantwortlichen.

Assyrische Demokratische Organisation (ADO) Sektion Schweiz

6. August 2009
Abrohom Mirza

 

 

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