Seyfo 1915

Der Assyrische Zentralverband erinnert an den Völkermord von 1915

Am 24. April 1915 hatte der Völkermord an den christlichen indigenen Bevölkerungsgruppen im damaligen Osmanischen Reich begonnen. Assyrer (Suryoye), Armenier und Pontos-Griechen gedenken heute weltweit an diesem Völkermord, der Millionen unschuldigen Opfern das Leben kostete. Aus diesem Grund möchten wir euch die Pressemittelung des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e. V. (ZAVD) zur Verfügung stellen.

PM des ZAVD vom 23.04.2021

Gedenken an den Völkermord von 1915

Der 24. April gilt als internationaler Völkermordgedenktag und erinnert an das Verbrechen von 1915 im Osmanischen Reich. Zwischen 1915 und 1918 wurde der Völkermord an den christlichen Assyrern, Griechen bzw. Ponto-Griechen und Armeniern vom Osmanischen Reich unter der Führung der sogenannten jungtürkischen Partei (Ittihat ve Terrakki) geplant und durch Unterstützung der kurdischen Feudalherren durchgeführt. Türkische Soldaten und kurdische Kampfeinheiten wurden bewaffnet und mit dem Morden der Armenier, Griechen und Assyrer beauftragt. Ziel dieser Verbrechen war die ethnische und religiöse Säuberung der Christen und die Gründung eines einheitlichen türkisch-muslimischen Staates. Die meisten der Opfer wurden enthauptet, weshalb diese Gräuel als „Seyfo“, zu dt. Schwert,
bezeichnet werden.

Bei diesem Völkermord wurden bis zu 750.000 Assyrer, 350.000 Pontos-Griechen und 1,5 Millionen Armenier ermordet. Durch die systematischen Massaker von 1915 wurde das assyrische Volk stark dezimiert, geschwächt und schließlich seines Landes beraubt.

Nach dem Beginn der Gräueltaten vor 106 Jahren bestreitet die türkische Regierung bis heute, dass es sich um einen Völkermord gehandelt habe. Länder wie Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweden, Slowakei, Syrien und USA haben bereits den Genozid als historische Tatsache anerkannt. Für eine Versöhnung zwischen dem türkischen Volk und den Nachfahren der Opfer des Genozids bedarf es einer ehrlichen Aufarbeitung des Völkermordes „Seyfo 1915″ von Seiten der türkischen Regierung.

Bis heute sind die Assyrer in ihren Heimatgebieten Repressalien und gezielter politischer Verfolgung ausgesetzt. Der aktuelle Fall vom syrisch-orthodoxen Mönchpriester Aho Sefer (Bilecen) spiegelt diese Situation wider. Das türkische Gericht hat den friedlichen Mönch und Leiter des Klosters Mor Jakob D’Qarno auf der Basis von falschen Zeugenaussagen zu zwei Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Ihm wird vorgeworfen Hilfestellung an PKKKämpfer geleistet zu haben. Für mehr Informationen zu diesem Fall, siehe folgenden Artikel: 

Trotz jahrhundertlanger Geschichte von systematischer Unterdrückung des assyrischen Volkes sind deren Klöster, Priester und Intellektuelle immer noch im Visier der türkischen Justiz. Seit vielen Jahren macht die türkische Regierung den in ihrem eigenen historischen Land Mesopotamien (Südosttürkei) lebenden Assyrern leere Versprechungen von Schutz und freier Ausübung ihrer christlichen Religion und Entfaltung ihrer Kultur, sowie Erleichterung für Rückkehrer aus der Diaspora.

Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäischen
Sektionen (ZAVD) e. V. fordert die türkische Regierung auf den Völkermord von 1915
historisch und ehrlich aufzuarbeiten, sowie all die Repressalien an den christlichen Assyrern und weiteren christlichen Minderheiten in den darauffolgenden Jahren bis heute einem Ende zu setzen. Denn nur so kann es zu einer Versöhnung der Völker kommen.

Der ZAVD-Vorstand

 

 

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