Erklärung syrischer, chaldäischer und assyrischer Intellektueller

Christen aus dem Mittleren Osten rufen zur Einheit auf

Eine Gruppe Syrischer, Chaldäischer und Assyrischer Intellektueller hat eine Erklärung an die Christen veröffentlicht, sich nach den letzten Entwicklungen in Syrien zu vereinigen. Viele sagen, dass sie sich unbedingt durch eine föderale Struktur schützen müssen.

Eine Gruppe Intellektueller, bestehend aus Syrern, Chaldäern und Assyrern außerhalb Syriens haben eine Erklärung herausgegeben, die die Christen zur Einheit aufruft, und die besagt, dass die Machtübernahme durch eine islamistische Regierung nach dem erwarteten Fall von Präsident Bashar al-Assad für alle Christen in der Region ein Desaster wäre.

“Wir müssen uns darum kümmern und uns selbst in einer autonomen Region schützen, wir empfinden tief die Notwendigkeit einer föderalen Struktur.“, sagte der politische Analytiker des in Brüssel ansässigen syrischen Fernsehsenders Suryoyo, Adnan Challma, der die Gruppe leitet.

Syrische, chaldäische und assyrische Intellektuelle, die nach den jüngsten Entwicklungen in Syrien die christlichen Gemeinden als bedroht betrachten, haben eine Erklärung in Türkisch, Syrisch, Englisch, Deutsch und Französisch publiziert. Die Erklärung begann in der Nacht zum 25. Juli mit der Verbreitung an Stellen führender Weltmedien.

Sie ist unterzeichnet von syrischen, chaldäischen und assyrischen Intellektuellen weltweit, hauptsächlich aus den USA, Schweden, der Schweiz, Deutschland, Holland und der Türkei.

Erklärung

In der Erklärung weist die Gruppe darauf hin, dass sie nicht das Syrische Baath Regime unterstützt, da es die syrischen, chaldäischen und assyrischen Gemeinschaften ihrer legalen Rechte beraubt. Jedoch, „die Opposition gegen die Baath-Diktatur in Syrien, die sich zu Beginn demokratisch gab, hat mit fremder Unterstützung eine islamistische Tendenz erlangt“, sagten die Intellektuellen:

 

Die Erklärung bezichtigt die Türkei, Katar und Saudi-Arabien, der islamistischen Bewegung “bewaffnete und finanzielle Unterstützung” zu geben.

“Eine Regierung, bestehend aus der Muslim-Brüderschaft, Islamisten, Pro-al-Kaida-Gestalten und Salafisten, wären ein Desaster für unser Volk in Syrien und alle Christen im Mittleren Osten. Viele Male wurden Massaker gegen unser Volk durch unsere lange und tragische Geschichte hindurch von ‘Allahu akbar’- und ‘Muhammed Salâvat’-Rufen begleitet.“, liest man in der Erklärung.

Die Erklärung lässt die Konflikte zwischen Syrern, Chaldäern und Assyrern beiseite und fordert sie auf, eine Union mit allen Christen in Syrien und der Region gegen “die bevorstehenden Katastrophen” zu bilden. Sie richtet sich an politische Parteien und Organisationen, diese Union zu schaffen.

“Als die älteste christliche Gemeinschaft im Mittleren Osten, haben wir diese bedrohlichen Desaster zuvor schon viele Male am eigenen Leib erfahren. Deshalb ist es unmöglich für uns, die nahe bevorstehende Katastrophe zu unterstützen, die mit Slogans ankommt wie ‘Allahu akbar,’ ‘Aufruf zum Jihad,’ oder ‘Tod den Ungläubigen,’ wie in İdlib, Homs and Deyrizor geschehen,” liest man in der Erklärung. Die Erklärung spricht sich auch gegen die Bestrebungen aus, „bewaffnete Invasionen und [die Schaffung von] Pufferzonen“ aus.

In einem Interview mit der Hürriyet Daily News sagte Challma, er erwarte von allen christlichen Intellektuellen weltweit, den Aufruf zu für eine Union zu unterstützen. Eine kooperative Politik für Christen in Syrien müsse unverzüglich in die Praxis umgesetzt werden, sagte er, andernfalls würden die Christen dort einer großen Katastrophe begegnen.

“Warum gründen die Christen kein Land im Mittleren Osten? Wir müssen uns darum kümmern und uns selbst in einer autonomen Region schützen; wir empfinden tief die Notwendigkeit einer föderalen Struktur,“ sagte er.

Deutsche Übersetzung: Marianne Brückl

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