Stockholm, Schweden

Einschreiten der türkischen Regierung in Ausstrahlung des Dokumentarfilms Seyfo 1915

Im Gedenken an den Völkermord an den Assyrern, Armeniern, Pontos-Griechen und anderer christlicher Bevölkerungsgruppen im Osmanischen Reich sollte in der vergangenen Woche in Schweden der Dokumentarfilm Seyfo 1915 ausgestrahlt werden. Der Film des Regisseurs Aziz Said aus Berlin wurde von der türkischen Botschaft stark kritisiert, welche eine Ausstrahlung zu verhindern versuchte.

Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e.V. verweist darauf, dass nur durch das Anerkennen der Geschichte Lernprozesse für die Zukunft angeregt werden können.

Regisseur Aziz Said

Regisseur Aziz Said

„Ohne eine Anerkennung des Völkermordes, folgt keine Aufarbeitung und entsprechend auch kein Umdenken in der türkischen Bevölkerung!“, so Johann Roumee (1. Vorstandsvorsitzender des ZAVD). Das Senden des authentischen und emotionalen Films über den Genozid im Jahr 1915 ist eine gute Auseinandersetzung mit der Geschichte. Das Einschreiten der türkischen Botschaft in Schweden zeigt, dass diese von einer gebührenden Aufarbeitung der Vergangenheit noch entfernt ist. Die Handlung des Dokumentarfilms beginnt in der Gegenwart in Schweden. Eine Crew aus Reportern und Filmemachern reiste in den Tur Abdin, im Südosten Anatoliens, um den Spuren des Genozids zu folgen. Im Mittelpunkt stehen die Erzählungen der Opfer und ihrer Nachfahren. Aber auch türkische Historiker, Journalisten und Wissenschaftler kommen zu Wort. Der Film behandelt die Ursachen und die Auswirkungen des Plans zur Vernichtung christlichen Lebens im Osmanischen Reich und spricht aber auch über die besondere Rolle des Deutschen Reiches als Bündnispartner.

Der Assyrer Aziz Said ist Regisseur und leitet mit anderen Kollegen seit über 20 Jahren das Interkulturelle Haus in Berlin, das zum Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e.V. gehört.

Quelle: ZAVD

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