Einheitlich die Stimme erhoben

Großdemonstration in Stuttgart für eine Schutzzone im Irak

Der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof von Antiochien in Deutschland, Seine Eminenz Mor Philoxenus Mattias Nayis, rief am 23. August 2014 in Stuttgart zur Solidarität für die Christen im Irak und Syrien auf. Diesem Aufruf folgten nach Aussage der Organisatoren schätzungsweise 3.000 Teilnehmern. Auch Spitzenpolitiker wie u.a. der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder und der Präsident des Landtages von Baden-Württemberg, Guido Wolf, waren anwesend.

Täglich vernimmt man in den Medien die bestialischen Taten der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS). Zuletzt, als der US-Journalist James Foley vor wenigen Tagen von Islamisten dieser Gruppierung ermordet wurde.

Gegen Christenverfolgung im Irak und Syrien

23.08.2014 | Stuttgart
Demonstration in StuttgartDemonstration in StuttgartDemonstration in StuttgartDemonstration in StuttgartDemonstration in Stuttgart

Die christlichen Assyrer/Aramäer/Chaläder/Suryoye, Jesiden und andere Minderheiten sind jedoch seit Beginn der Unruhen in Syrien und Irak zur Zielscheibe der IS geworden. Im Juni 2014 ist schließlich die irakische Stadt Mosul in die Hände der islamischen Extremisten gefallen. Extremisten stellten den Christen und Jesiden ein Ultimatum. Man solle eine hohe Kopfsteuer zahlen, zum Islam konventieren oder die Stadt verlassen. Wenn das Ultimatum verstreicht, droht eine Hinrichtung auf brutaler Weise. Die Wohnhäuser der christlichen Bevölkerung wurden mit einem arabischen „N“ markiert – Ein Begriff aus dem Koran für „Nasrany“, was soviel wie Nazarener heißt und damit im negativen Sinne die Christen bezeichnet, die an Jesus von Nazareth glauben.

Der Genozid von 1915 wiederholt sich derzeit.

Der Genozid von 1915 wiederholt sich derzeit.

Der Syrisch-Orthodoxe Erzbischof von Antiochien für Deutschland, Seine Eminenz Mor Philoxenus Mattias Nayis, rief daher zu einer Protestkundgebung in Stuttgart auf, um Solidarität für die Christen im Irak und Syrien zu zeigen. Diesem Aufruf sind nach Angaben der Organisatoren ca. 3.000 Menschen gefolgt. Aus Augsburg konnte der syrisch-orthodoxe Kirchenrat in Kooperation mit dem Assyrischen Mesopotamien Verein Augsburg, Suryoye Sport- und Kulturverein sowie der hießigen SOKAD-Gruppe insgesamt vier Reisebusse organisieren.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftkirche eingeladen. Danach folgte die Kundgebung mit verschiedenen Rednern in der Stuttgarter Innenstadt. Zu diesen zählten unter anderem Vertreter assyrischer/aramäischer Verbände (ESU, ZAVD, HSA, BVDAD), des Zentralrates der Jesiden in Deutschland, Vertreter der syrisch-orthodoxen, koptischen, katholischen und evangelischen Kirche sowie des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland. Mit Volker Kauder, (Vorsitzender der CDU-Bundestagsfratkion), Guido Wolf (Präsident des Landtages von Baden-Württemberg), sowie Thomas Strobl (Landesvorsitzender CDU in Baden-Württemberg) nahmen drei ranghohe und bekannte Politiker an dieser Protestkundgebung teil und zeigten ihre Solidarität mit den Christen im Irak und Syrien. Kauder, der am gleichen Abend mit einer Delegation ins irakische Erbil geflogen ist, stellte klar, dass man Terroristen nicht mit Menschenketten und Gebeten stoppen kann und IS-Sympathisanten, die den Dschihadismus im Ausland unterstützen, hier zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Die Forderung nach einer Schutzzone wurde von allen Verbänden unseres Volkes, sowie von der Erzdiözese der SOK einheitlich gestellt.

Die Forderung nach einer Schutzzone wurde von allen Verbänden unseres Volkes, sowie von der Erzdiözese der SOK einheitlich gestellt.

Danach folgte ein Gedenkmarsch durch die Stuttgarter Innenstadt, bei der man mit Parolen wie „Frieden, Freiheit, Schutzzone, Jetzt!“ und „ISIS stoppen, Christen retten“ die Gesellschaft auf die sehr bedrohliche Lage der Christen und anderen Minderheiten im Irak aufmerksam machte. Abschließend sagte Mor Philoxenus Mattias Nayis gemeinsam mit den Anwesenden das „Vater Unser“ in syrischer Sprache auf. Für viele war es sehr schön zu betrachten, dass nach der Großdemonstration der Aktion Mor Gabriel in Berlin 2009, die Assyrer/Aramäer einheitlich mit einer Stimme auftraten und beide Flaggen brüderlich nebeneinander gehisst wurden.

Mit den Worten von Johann Roumee, Vorsitzender des ZAVD, möchten wir auch diesen Beitrag beenden:

„Wir möchten eine Schutzzone unter UN-Mandat, damit kein Völkermord mehr verübt wird an uns und den Jesiden. Wir möchten aber auch ein Schutz in den benachbarten Ländern, denn der ISIS-Terror bedroht auch die Assyrer im Turabdin – in der Türkei“ – Johann Roumee

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