Projekt Freydon in Schweden vorgestellt

Zentrum für moderne assyrische Studien an der Universität Cambridge bald Wirklichkeit

Ein Archiv mit reichhaltigem Quellenmaterial zu den Assyrern, eine jährliche Konferenz für junge Akademiker sowie eine Professur in modernen assyrischen Studien: dies sind die Bestandteile einer Vision, welche sich bereits in der Umsetzungsphase befindet.

Die Idee eines Zentrums für assyrische Studien in Cambridge kam durch die Zusammenarbeit dreier beteiligter Personen zustande: Prof. Dr. Geoffrey Allan Khan, Professor der semitischen Sprachen in Cambridge, Nineb Lamassu, Direktor des Londoner Firodil Institutes sowie Aryo Makko, Vorsitzender des Assyrischen Jugendverbands in Schweden.

Gemeinsam mit dem Archäologen Dr. John MacGinnis präsentierten sie ihre Vision Ende März in Göteborg und Södertälje der Öffentlichkeit.

Eine akademische Heimat für moderne assyrische Studien existiert, trotz der angebotenen Studiengänge in verschiedenen Disziplinen und Kollektionen einer geringen Anzahl von Universitäten, bis zum heutigen Zeitpunkt nicht. Das angedachte Studienzentrum in Cambridge soll diesem traurigen Zustand ein Ende bereiten. Die internationale Reputation der Lehranstalt sowie die Tatsache, dass an der Universität Cambridge bereits ein renommiertes Nahostinstitut mit Spezialisierung auf moderne assyrische Dialekte existiert, machten Cambridge früh zu einem potentiellen Anwärter.

„Den Assyrern fehlt bis zum heutigen Tage ein natürlicher Sammelpunkt. Die Etablierung eines Zentrums in Cambridge wird Studenten und Wissenschaftlern, die sich mit assyrischer Forschung beschäftigen, die Arbeit erleichtern“ meint Aryo Makko, selbst Doktorand am Historischen Institut der Universität Stockholm.

Das erste Etappenziel ist ein vernetztes und weltweit zugängliches Archiv, welches als integrierter Teil der Universitätsbibliothek konzipiert ist. Das Archiv hat zum Ziel, Quellen aller Art zu den Assyrern zu katalogisieren und diese zugänglich machen. Den Betrieb wird aller Voraussicht nach das Nahostinstitut in Cambridge leiten. Somit soll eine natürliche, primäre Anlaufstelle für die Informationssuche Interessierter und ein Zentralarchiv für die Assyrer geschaffen werden.

„Von assyrischer Seite wird das Archiv auf Schenkungen und Kopien von Material jeglicher Natur, Disziplin und Sprache angewiesen sein. Ziel des Projektes ist es, eine maximale Menge an Informationen in den Katalog in Cambridge zu integrieren“, sagt Makko.

Für den Fall der erfolgreichen Umsetzung der ersten Projektstufe, sind weitere Aktivitäten geplant. Der jetzige Stand der Planungen umfasst eine alljährliche Konferenz in Cambridge, welche dem Ideenaustausch und der Kommunikation junger assyrische Akademiker als Plattform dienen soll. Als langfristige Vision wird die Errichtung einer Professur in modernen assyrischen Studien genannt.

„Bis dahin ist es noch weit, im Moment konzentrieren sich alle Kräfte voll und ganz auf das Archiv“, kommentiert Aryo Makko abschliessend.

Afram Barryakoub, Stockholm

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