ZAVD-Pressemitteilung

Assyrerinnen und Assyrer protestieren gegen kurdischen Landraub assyrischer Gebiete im Nordirak

Am Samstag, dem 28. Mai 2016, protestierten Assyrerinnen und Assyrer in Gütersloh gemeinsam gegen den kurdischen Landraub assyrischer Gebiete im Nordirak. Neben dem deutschen Zentralverband der Assyrer (ZAVD) rief auch der schwedische Verband, beide unter dem Dach der Assyrian Confederation of Europe, zu Protesten in Deutschland und Schweden gegen die furchtbare Marginalisierung der Assyrer im Nordirak auf.

Die Weltgemeinschaft schenkt dem grausamen Geschehen im Nahen Osten nur wenig Aufmerksamkeit und fokussiert sich alleine auf den Krieg durch den IS. Assyrer im Nordirak wurden zum Schweigen gebracht. Durch die Proteste sollte auf die Schmach an dem assyrischen Volk aufmerksam gemacht werden.

Protest kurdischer Landraub - 02Der jüngste Landraub wurde im April dieses Jahres in Nahla im Nordirak begannen. Nahla besteht aus insgesamt acht Dörfern, die von Assyrern gegründet wurden. Ein einflussreicher Kurde mit Beziehungen zu den Barzani und der kurdischen Regierung (KRG) besetzte dieses Land der Assyrer ohne Vorwarnung. Als die Assyrerinnen und Assyrer verzweifelt in der Landeshauptstadt Erbil der autonomen Region Kurdistans zu protestieren versuchten, wurden sie von bewaffneten Männern der Peschmerga und der Asayish zum Schweigen gebracht. Der Landraub und die Besetzung von Nahla war kein Einzelfall. Eine ganze Reihe von assyrischen Gebieten wurde bereits von den Kurden angegangen und besetzt. Sie sind Teil einer systematischen Vertreibung der einheimischen assyrischen Bevölkerung im Nordirak durch kurdische Gruppierungen. Auch die Dörfer Babelu und Rabatke, beide aus der Provinz von Dahuk, fielen den Kurden zum Opfer! Die Kurden stoppen nicht und gehen immer weiter vor. Der systematische Landraub geht mittlerweile über Länder- und Staatsgrenzen hinaus. Kurdische Versuche des Gebietsraubes wurden auch im Nordosten von Syrien und Südosten der Türkei beobachtet! Viele assyrische Gebiete dort werden von kurdischen Gruppierungen, Einzelpersonen und Clans für sich beansprucht.

„Westliche Regierungen, internationale Organisationen und auch die Medien müssen aufhören sich ausschließlich auf den IS zu fokussieren. Die Aufmerksamkeit muss auch der ethnischen Säuberung durch die Kurden gelten“, konstatierte Johann Roumee (1. Vorstandsvorsitzender des ZAVD) in seiner öffentlichen Rede am Samstag auf dem Rathausplatz in Gütersloh.

Assyrerinnen und Assyrer weltweit fordern Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten, bei dem die Weltgesellschaft das gesamte Ausmaß der Problematik im Blick haben muss! Dabei weisen sie vehement daraufhin, dass die kurdischen Autoritäten endlich ihre Akte des gewaltsamen Terrorismus gegen die Assyrer unterlassen müssen!

Quelle: ZAVD

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