Irak

Hunderttausende fliehen vor islamischen Extremisten aus Mosul

Laut mehreren Medienberichten, u.a. von Spiegel-Online, nahm die islamische Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (Isis) die irakische Stadt Mosul ein. Fast eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht, auch aus der Provinz Niniveh. Der Vorsitzende des ZAVD zeigt sich äußerst besorgt.

Medienberichten zu Folge hat die Terrorgruppe „Islamischer Staat in Syrien und Irak“ (Isis) nach Kämpfen mit dem Militär u.a. die irakische Stadt Mosul eingenommen. Dies bestätigt auch der WebTV- Sender Assyria TV in ihren Flash-News. Hunderttausende sind auf der Flucht. Der Onlineausgabe von Spiegel-Online ist zu entnehmen, dass sich irakische Soldaten ihrer Uniformen entledigten und ihre Waffen niederlegten, um getarnt als Zivilisten fliehen zu können. Dabei stützt man sich auf einen Artikel der „New York Times“.
Der irakische Premierminister Nouri Maliki stellte an das Parlament die Forderung, den Ausnahmezustand zu verhängen. Damit könnte man größere Eingriffsmöglichkeit gewährleisten.

Bereits letzten Monat berichteten wir über die nun im Irak aktive Terrorgruppe Isis, welche in Syrien 3.000 Jahre alte assyrische Artefakte gezielt zerstörte. Da auch in der Niniveh-Ebene viele Assyrer leben, bleibt zu hoffen, dass es der irakischen Regierung gelingt, die Situation zu entschärfen, ehe Leben, Familien und weitere Statuen zu Bruch gehen.

Isis - Eroberung Mosul Niniveh - 02Uns war es möglich, mit Johann Roumee zu sprechen. Der Vorsitzende des assyrischen Zentralverbandes (ZAVD) äußerte sich gegenüber bethnahrin.de zu den aktuellen Ereignissen im Irak wie folgt : „Die Lage in Mosul ist sehr besorgniserregend sowie aus Sicht der Assyrer und Christen ein weiterer schwerer Schlag. Die Assyrer werden leider in die Lage versetzt, ihre mesopotamische Heimat wegen mangelnden Sicherheitsgefühlen zu verlassen – dies führt langfristig zu einer Entwurzelung, die wir verurteilen. Wir hoffen, dass der Terror der Isis und anderer islamischen Terrorgruppen ein Ende findet. Die Zentralregierung in Baghdad sollte den dortigen Menschen beistehen und die Sicherheit der Regionen, insbesondere in Mosul, gewährleisten. Außerdem sollte die internationale Gemeinschaft bei der Herstellung der Sicherheit unterstützend mitwirken.“

Mit Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein war die Hoffnung verbunden, einen demokratischen Irak zu haben, in dem Menschen, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit und politischen Ausrichtung, friedlich miteinander leben können.
Das war die Hoffnung, die Realität sieht heute bedauerlicherweise anders aus.
Seit 2003 liest man immer wieder von Selbstmordanschlägen, Folterungen, Vergewaltigungen und Ermordungen. Besonders die Assyrer (auch als Suryoye oder Chaldäer bekannt) wurden und werden zwischen den Fronten zerrieben. Eine große Anzahl musste bereits in die Diaspora fliehen.

Zuletzt wurden auch positive Neuigkeiten bekannt. Die Hoffnung auf eine Selbstverwaltungszone/Autonomie in der Niniveh-Ebene ließen sich viele Assyrer nicht nehmen. Umso erschreckender und fassungsloser hat man die Nachricht über die Aktivitäten der Isis in Mosul und der Provinz Ninive zur Kenntnis genommen.

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