Bundesregierung muss schnell handeln

Pressemitteilung: Flüchtlinge in und aus Syrien brauchen Unterstützung

Am 30. und 31. August 2012 veröffentlichte die Deutsche Jugend in Europa (DJO) und der Assyrische Jugendverband Mitteleuropa e.V. jeweils eine Pressemitteilung. In beiden geht es um die derzeitige Situation in Syrien. Viele Flüchtlinge, darunter Assyrer und weitere christliche Minderheiten, versuchen bereits in Nachbarländern Zuflucht zu finden. Beide Organisationen bitten um Solidarisierung und Unterstützung.

DJO – Deutsche Jugend in Europa Bundesverband e.V.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine Katastrophe für die Zivilbevölkerung. Egal für wen und wofür die Menschen sind, haben sie meist keine Chance den Kämpfen auszuweichen. Um Leib und Leben zu schützen sind bereits Zehntausende in die Nachbarländer Libanon, Türkei und Jordanien geflohen. Vor dem Bürgerkrieg war Syrien ein vermeintlich sicherer Hafen für Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge aus anderen Ländern und insbesondere für viele hunderttausende Menschen aus dem Irak. Unversehens finden sich diese Flüchtlinge nun in einem weiteren Krieg wieder. Die erste Flucht hat diese Menschen bereits besitzlos gemacht, so dass sie sich nun in einer ausweglosen Situation befinden. Wir fordern die Bundesregierung auf, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen zur Hilfeleistung für die Flüchtlinge in und aus Syrien.

„Das Elend der Flüchtlinge in den Auffanglagern in der Türkei und insbesondere in Jordanien ist groß“, erklärt die djo-Bundesvorsitzende Hetav Tek. „Die Dauer des Bürgerkriegs in Syrien ist unbestimmt, so dass es notwendig ist, den Menschen Überlebensperspektiven zu bieten. Eine schnelle Unterstützung der Flüchtlingslager ist ebenso notwendig wie die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Bei all dem Schrecken und der Not dürfen wir nicht die Augen verschließen.“

„Für viele Flüchtlinge aus dem Irakkrieg, die sich immer noch in Syrien aufhalten oder die erneute Flucht in die Flüchtlingslager um Syrien geschafft haben, gibt es eine zusätzliche Alternative“, betont der Vorsitzende des Assyrischen Jugendverbandes Mitteleuropa John Gültekin. „Die Rückkehr in den Irak insbesondere in die sicheren Regionen im Nordirak kann den Menschen eine Perspektive bieten, die über eine Existenzsicherung im Flüchtlingslager hinausgeht. Hierzu braucht es eine Starthilfe bei der Ankunft im Nordirak, die sich am Ende finanziell rechnet, da die Menschen nicht dauerhaft in einem Flüchtlingslager leben müssen. Außerdem müssen die örtlichen Hilfsorganisationen gestärkt werden, die eine Rückführung der Irakflüchtlinge koordinieren können. Für eine Kontaktvermittlung stehen wir als deutsche Organisation zur Verfügung.“

AJM – Assyrischer Jugendverband Mitteleuropa e.V.

Wieder ereignet sich eine Katastrophe im Nahen Osten, und wieder geraten die Assyrer und alle anderen Christen in der Region zwischen die Fronten. Insbesondere für die Christen ist die Lage verzweifelt, da sie in allen Ländern eine unbeliebte Minderheit darstellen und wenig Möglichkeiten haben, eigenständig ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Vielfach sind sie Menschen zweiter Klasse.

„Die bisherigen Übergriffe auf Christen und ihre Kirchen in verschiedenen syrischen Städten sind nur Vorboten von dem, was der Bevölkerung noch bevorsteht“, erklärt John Gültekin, Vorsitzender des Assyrischen Jugendverbandes Mitteleuropa. „Es darf nun nicht gezögert werden, den christlichen Flüchtlingen zu helfen. Besonders schlimm trifft es die zehntausenden von assyrischen Flüchtlingen, die zuvor vor Krieg, religiöser und politischer Gewalt aus dem Irak geflohen sind. Bei ihrer Flucht konnten sie kaum mehr als das nackte Leben retten. Die Bundesregierung muss umgehend die Rückführung der christlichen Flüchtlinge aus dem Irak in die sicheren Gebiete des Nordirak unterstützen. Örtliche Hilfsorganisationen stehen als Mittler bereit. Außerdem muss die Bundesregierung die Aufnahme von gefährdeten Christen nach Deutschland zulassen und sich für Kontingente anderer europäischer Staaten stark machen. Jedes Zögern kostet Menschenleben.“

Für Beratung und Kontaktvermittlung stehen wir zur Verfügung.

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