Assyrische Demokratische Organisation

Für ein neues Syrien

Mitte März 2011 erreichte der sog. „Arabische Frühling“ auch Syrien. Unter den oppositionellen Kräften sind auch Assyrer. Sie fordern Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung. Doch man kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognosen abgeben, in welche Richtung die Machtverhältnisse sich entwickeln und welche Folgen sich für die knapp 3 Millionen Christen ergeben.

Jeden Tag fordern die Militäraktionen neue Todesopfer und die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen die Bevölkerung eskaliert.

Seit nahezu fünf Jahrzehnten leidet das Land nunmehr unter strukturellen Krisen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und vor allem im Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte.

Das Regime missachtet bürgerliche Freiheiten und Rechte. Es verwehrt den Menschen die Teilnahme am politischen Leben. Damit blockieren die Machthaber sämtliche Wege zu Fortschritt und Entwicklung, die für den Erfolg einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind.

Das syrische Volk hat deshalb die Hoffnung und das Vertrauen in die Fähigkeiten der Regierung auf Reformen und Veränderungen verloren.

Forderungen für ein neues Syrien

  • Das neue Syrien ist ein demokratischer, pluralistischer und ziviler Staat; eine parlamentarische Republik mit Souveränität des Volkes basierend auf den Grundsätzen gleichberechtigter Staatsbürgerschaft mit der Gewaltenteilung, reibungsloser Übertragung der Macht, der Rechtsstaatlichkeit und des Schutzes und der Gewährleistung der Rechte von Minderheiten.
  • Das neue Syrien garantiert für all seine Bürger, was durch internationale Gesetze in Bezug auf die Menschenrechte und grundlegende Freiheit des Glaubens, der Meinungs-, Rede-, Versammlungs-, Pressefreiheit und andere Rechte erklärt wird. Darüber hinaus werden alle seine Einwohner gleiche Rechte und Pflichten ohne Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft, Religion oder Geschlecht genießen.
  • Das neue Syrien, mit seinem zivilen und demokratischen System und der Verfassung, bietet die beste Sicherheit für alle Syrer aller ethnischen und religiösen Hintergründe.
  • Die Verfassung garantiert die nationalen Rechte für das assyrische Volk und eine Lösung für die assyrisch-syrische Frage in einer demokratischen und fairen Art und Weise im Rahmen der Einheit des syrischen Territoriums und der Menschen, sowie die Ausübung der Rechte und Pflichten durch gleichberechtigte Staatsbürgerschaft unter allen Bürgern.
  • Das neue Syrien garantiert volle Rechte von Frauen, einschließlich der Gewährleistung ihrer wirksamen Beteiligung am politischen Leben und aller anderen Sektoren.

Perspektiven der Assyrer in Syrien

In Syrien leben derzeit mehr als 3 Millionen Christen – und zwar als eigenständige indigene Volksgruppe. Sie bilden dort eine Minderheit mit eigener Sprache, eigener Kultur und vor allen Dingen leben sie hier in ihren historischen Siedlungsgebieten. Dennoch sind sie in Syrien nur als religiöse bzw. konfessionelle und nicht als ethnische Volksgruppe anerkannt.

Die Demokratie und Stabilität des neuen Syriens werden also nur dann verwirklicht sein, wenn sich das Land imstande erweist

  • die Existenz und Rechte der Minderheiten durch eine ausdrückliche Verankerung in der Verfassung zu garantieren
  • die angestrebten Rechte durch klar definierte, effektive Mechanismen in die Praxis umzusetzen und zu schützen
  • und die Minderheiten mit ihren kulturellen Reichtümern einschließlich ihrer Sprachen und spezifischen Fähigkeiten anerkennt und diese fördert.

Wir im stabilen und demokratischen Westen müssen die treibende Kraft sein, die eine demokratische Zukunft des Syrischen Volkes voranbringt!

Kirchen, Politik und Menschenrechtsorganisationen sind aufgerufen, Solidarität zu zeigen und gemeinsam mit uns für die Durchsetzung unserer Forderungen und Ziele zu kämpfen.

Dann werden auch die Christen in Syrien eine Perspektive für ein Leben nach freiheitlichen und demokratischen Grundsätzen haben und eine Wiedebelebung ihrer Werte erfahren!

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