Weltweite Solidaritätsaktion

Weltweiter Aufruf zum Schutz der Christen im Irak

Der Terror der islamischen Extremistengruppe IS hat im Irak immer noch kein Ende genommen. Die Assyrer (auch als Aramäer oder Chaldäer bekannt) werden zur Zielscheibe und zwischen den Fronten regelrecht zerrieben. Am 02. August wurde daher weltweit zur Solidarität aufgerufen. Neben Sydney, Stockholm und verschiedenen Städten in den USA fanden u.a. in den deutschen Städten wie Gütersloh, Wiesbaden und Augsburg Kundgebungen statt.

Etwa 320 Menschen versammelten sich am Samstag, dem 02. August 2014, am Augsburger Rathausplatz, um gegen die Vertreibung der Christen im Irak durch die islamische Terrorgruppe IS zu protestieren. Mit dem arabischen Buchstaben N (Nasrany), was im Koran im negativen Sinne soviel bedeutet, wie Christ, wurden Häuser christlicher Familien markiert. Anschließend wurde den in Mossul lebenden Christen ein Ultimatum gestellt, die Stadt zu verlassen, eine Sondersteuer zu bezahlen oder zum Islam zu konventieren. Weigert man sich, wird man getötet.

Weltweite Solidaritätsaktion

02.08.2014 | Augsburg
SOS Kundgebung AugsburgSOS Kundgebung AugsburgSOS Kundgebung AugsburgSOS Kundgebung AugsburgSOS Kundgebung Augsburg

Weitere Medienberichte zur weltweiten Solidaritätsaktion

Rede von Sargon Demir: Irak bald ohne Christen

Sargon Demir, Organisator im Namen der SOS Aktionsgruppe

Sargon Demir, Organisator im Namen der SOS Aktionsgruppe

Die neuesten Entwicklungen im Irak und die Expansion der ISIS-Truppen (Islamischer Staat), welche zum Teil aus Regionen Syriens in den Irak eingedrungen sind, hat nun auch die Millionenstadt Mossul im Norden des Irak erreicht. Wo sie die Kontrolle übernehmen, legen sie alles in Schutt und Asche. Sie vergewaltigen junge Mädchen und verheiratete Frauen. Sie massakrieren Erwachsene ebenso wie Kinder. Sie verschonen niemanden, der nicht ihrer Gesinnung entspricht. So geschieht es vor allem mit den Christen in der Stadt. Wie einst die Juden im Dritten Reich mit einem Judenstern gekennzeichnet wurden, so werden nun sämtliche Häuser von Christen mit dem arabischen Buchstaben „N“ markiert. Dieser Buchstabe steht für den Begriff „Nasrany“, mit dem im Koran Christen bezeichnet werden. Der Begriff bedeutet übersetzt Nazarener und bezeichnet damit in einem negativen Sinne die Christen, die an Jesus von Nazareth glauben. Die Christen der Stadt erhielten nun von ISIS das Ultimatum, entweder zu konvertieren, eine hohe Kopfsteuer zu zahlen, zu fliehen oder getötet zu werden. Nicht alle haben es geschafft in sichere Gebiete zu fliehen und wurden daher in ihren Häusern ermordet oder auf offener Straße geköpft oder sogar gekreuzigt. Im Jahre 2003 lebten noch 25.000 Christen in Mossul. Heute ist die Stadt frei von Christen.

Im Schatten des sogenannten arabischen Frühlings haben diese Islamisten Terror und Tod auch nach Syrien und den Irak gebracht. Ein Ende des Terrors ist nicht in Sicht. Immer mehr Islamisten, zum Teil auch aus dem Ausland, schließen sich den islamistischen Gruppierungen an. Dabei erhalten sie auch finanzielle und militärische Hilfe aus Ländern wie Saudi-Arabien und dem Katar. Aber auch der Westen hat mit seiner Unterstützung der Rebellen in Syrien indirekt zur heutigen Situation beigetragen.

Wir wollen nicht weg sehen und möchten unsere Solidarität mit den Christen aus Mossul, aus dem Irak und mit allen von fundamentalistischen Islamisten verfolgten Menschen bekunden. Denn ein Schweigen und ein Ignorieren dieser Gräueltaten bedeuten eine stille Zustimmung.

Wir arbeiten international mit verschiedenen Gruppen in der Kampagne „A Demand for Action“, die vom bekannten Journalisten Nuri Kino ins Leben gerufen wurde. Daher finden heute in über 12 verschiedenen Ländern Aktionen statt. Hier in Deutschland findet bundesweit diese Aktion in 15 verschiedenen Städten statt.

Mit der heutigen Aktion möchten wir einer breiten Öffentlichkeit diese Thematik näher bringen und sie für dieses Thema sensibilisieren. Die christliche Bevölkerung, die überwiegend die Bezeichnung Assyrer/Chaldäer/Aramäer für sich beansprucht, wird aufgrund ihrer Ethnie und christlichen Religion verfolgt. Die letzten Verbliebenen, deren Zahl einige Hunderttausende beträgt, haben sich überwiegend in den Norden des Irak, der sogenannten Ninive-Ebene, zurückgezogen. Es gehört zum Kernland dieser Urbevölkerung mit einer über 7.000 jährigen Geschichte. Sie leben mit anderen Minderheiten friedlich zusammen. Der Schutz durch die kurdischen Peschmerga ist nur eine temporäre Lösung. Niemand weiß, ob die augenscheinlichen Beschützer von heute nicht die Täter von morgen sein könnten, da auch dort der Länderraub durch die kurdische Autonomieregierung seit Errichtung der Flugverbotszone fortlaufend stattfindet und die 192 besetzten Dörfer im kurdisch kontrollierten Nordirak ihren christlichen Ureinwohnern nicht zurückgegeben werden. Übergriffe gab es in der jüngsten Vergangenheit leider verhäuft. Deshalb ist unsere Forderung an die internationale Gemeinschaft, die Ninive-Ebene als Schutzzone zu deklarieren und durch UN-Blauhelme schützen zu lassen. Die Menschen im Irak sehnen sich nach Frieden in der Region. Die Menschen im Irak möchten in ihrer Heimat leben. Eine Aufstockung von Flüchtlingskontingenten ist nicht die Lösung des Problems. Deshalb fordern wir nochmals: Wir brauchen eine internationale Schutzzone in der Ninive-Ebene!

Wir danken allen Unterstützern dieser Aktion und bedanken uns auch für die gezeigte Solidarität mit unseren christlichen Brüder und Schwestern im Nahen Osten.

Zum Abschluss noch ein kurzes Zitat aus der Bibel. Bei Matthäus Kapitel 18, Vers 20sthet geschrieben: “Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

Ich bedanke mich im Namen der Aktionsgruppe Save Our Souls für ihre Aufmerksamkeit.

 

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