SC Mesopotamien Wiesbaden

Im Gespräch mit Sabo Akdiran und George Schamoun

Am 23. September 2012 hatte bethnahrin.de die Möglichkeit, mit zwei Vertretern des SC Mesopotamien Wiesbaden ein Interview zu führen. Sabo Akdiran ist der 1. Vorsitzende des Teams, George Schamoun nimmt hingegen die Funktion des sportlichen Leiters ein. Im gemeinsamen Gespräch erzählen uns beide etwas über die Vereinshistorie und geben uns Einblicke in das Team.

Hallo ihr beiden, was könnt ihr uns zunächst allgemein über SC Mesopotamien Wiesbaden erzählen?

Sabo Akdiran: Zunächst hallo liebes bethnahrin-team und liebe Leser. Die Fußballmannschaft wurde 1980 mit dem Mesopotamien Assyrischer Kultur- und Sportverein ins Leben gerufen und bildet eine Abteilung des Vereins. Als Basis gilt natürlich die Satzung des Vereins, die Fußballabteilung darf jedoch autonom handeln. Man war anfangs eine Hobbymannschaft, die an verschiedenen Fußballturnieren der Assyrer (Suryoye) teilgenommen hatte.
Am 17.09.1991 hat man schließlich den SC Mesopotamien Wiesbaden für den Spielbetrieb angemeldet und man spielte üblicherweise in der niedrigsten Liga, der B-Liga,. Dort war man bis zur Saison 1997/1998, ehe man als Meister in die A-Klasse aufsteigen konnte.
Im Jahr 2010 gelang uns schließlich der Aufstieg in die damalige Bezirksliga, die heute unter den Namen Kreisliga bekannt ist.
In der Saison 2009/2010 sind wir erneut aufgestiegen und zwar diesmal in die Gruppenliga. Unser erstes Jahr dort war so erfolgreich, dass wir sogar an der Relegation um den Aufstieg in die Landesliga teilgenommen aber diese jedoch verpasst hatten.
Die Saison 2011/2012 war leider nicht so erfolgreich und man steigte von der Gruppenliga erneut in die Kreisliga ab, in der wir heute spielen.
Wir belegen nach neun Spieltagen und neun Punkte derzeit den 12. Tabellenplatz. Es wäre jedoch ein schöner Saisonabschluss, wenn wir unter die ersten sechs Teams kommen würden.
Im Laufe der Zeit, kam immer wieder die Idee, die Fußballmannschaft vom eigentlichen Verein zu trennen, umso vielleicht noch erfolgreicher zu sein, als man schon ist. In ihrer Historie stand die Mannschaft etwa drei mal vor der Auflösung und wurde vom Mesopotamien Assyrischer Sport- und Kulturverein e.V. glücklicherweise noch gerettet.

George, welche Veränderungen haben im Kader, im Vergleich zur letzten Saison, stattgefunden?

George Schamoun: Mit dem Abstieg in die Kreisliga haben uns etwa mehr als zehn Spieler verlassen, die sehr viel Klasse und Stil haben und heute alle in der Verbandsliga bzw. Landesliga spielen. Solche Abgänge tun natürlich weh und hinterlassen Lücke.
Wir haben einen etwas kleineren Kader und wollen zunächst die Klasse halten. Selbstverständlich wäre es sehr schön, wie Sabo Akdiran bereits vor mir sagte, wenn wir auch noch unter den ersten sechs Tabellenplätzen vorzufinden wären.
Wir haben darüberhinaus noch einen jungen Kader und mit dem 22-jährigen Markus Bozan einen dynamischen Spielertrainer, dessen Vater der 1. Vorsitzende dieser Mannschaft war.
Mit dem 30-jährigen Metin Akbaba konnten wir einen Mann für uns gewinnen, der eine große Erfahrung mit sich bringt und im Dreieck Frankfurt-Mainz-Wiesbaden eine große Bekanntheit genießt. In seiner Jugend spielte er sogar mit dem SV Wehen Wiesbaden in der A-Jugend Bundesliga.

Nail Yoken, in der Chefetage unserer „Nationalmannschaft“ Assyriska FF Södertälje tätig, zeigte sich zuletzt auf AssyriaTV optimistisch und glaubt an einen Klassenerhalt von AFF in der schwedischen Superettan (2. Liga). Heute unterlag man allerdings Ängelholms FF daheim mit 1-4. Wie beurteilt ihr die Situation?

George Schamoun: Das Problem ist nicht, dass die Teams im unteren Tabellenbereich grundsätzlich schlecht sind sondern wenn man sich als Team auf einen dieser Plätze befindet, leidet leider das Selbstvertrauen usw. darunter. Assyriska ist eine Klassemannschaft und hat schon in der Vergangenheit oftmals ihre Qualitäten gezeigt. Ich bin mir sicher, man kann sich in der zweiten Liga halten und teile Nail Yokens Meinung.
Sollte das aber nicht so sein und man steige in die 3. Liga ab, so sehe ich das nicht als dramatisch an. Im Fußball gib es, wo überall anders auch, Höhen und Tiefen. Man sollte dann wieder Energie und Motivation tanken, die vergangene Saison vergessen und alles an einen Wiederaufstieg setzen. Aber wie gesagt, ich denke nicht, dass es soweit kommen wird.

Sabo Akdiran: Ich beobachte leider derzeit das ganze viel zu wenig, um hier eine Beurteilung zur aktuellen Situation abgeben zu können. Natürlich wünsche ich mir aber, dass Assyriska die Klasse halten kann.
Mit den Assyriska-Supporters Germany hat man auch hier in Wiesbaden ein paar Mitglieder gewinnen können, doch ihr wisst selber, umso mehr unsere „Nationalmannschaft“ unterstützen, desto besser. Daher würde ich mir von Assyriska FF nicht nur Personen wünschen, die nach Deutschland reisen und hier über das Team referieren sondern auch, dass man den Vereinen in der BRD Infobroschüren zukommen lässt.

Wir bedanken uns bei Sabo Akdiran und George Schamoun für dieses Interview und wünschen dem SC Mesopotamien Wiesbaden für die Zukunft weiterhin alles Gute und viel Erfolg.

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