ZAVD nimmt Stellung

Gewaltsame Übergriffe auf Assyrer im Nord-Irak

Der ZAVD hat eine Stellungnahme zu den kürzlichen gewaltsamen Übergriffen auf Assyrer im Nord-Irak gegenüber Politik und Presse bekannt gegeben.

Nach dem Freitagsgebet in einer Moschee der nord-irakischen Stadt Zakho inszenierten kurdische Muslime koordinierte Angriffe gegen assyrische Einrichtungen. Auch andere Minderheiten wurden von den Angriffen nicht verschont. Was mit einem randalierenden Mob von etwa 50 radikal muslimischen Kurden begann, wuchs schnell zu einer riesen Menschenmenge, die vornehmend assyrische Gebäude verwüstete und in Brand steckte. Dabei erhielten die assyrischen Geschäftsleute Todesdrohungen, sollten sie ihre Geschäfte noch mal eröffnen. Mehrere Dutzend assyrische Geschäfte sind betroffen. Die Nachricht aus Zakho verbreitete sich im restlichen Gebiet der Kurdischen Regionalregierung (KRG) schnell und motivierte am darauffolgenden Samstag weitere Kurden in über ein Dutzend Städten, wie Simele und Nuhadra (Dohuk), ebenfalls assyrische Gebäude anzugreifen. Angegriffen wurden u.a. assyrische Kulturzentren, Geschäfte, Hotels sowie private Wohnhäuser.

Trotz der Härte und des großen Ausmaßes dieser immer noch anhaltenden Attacken, gab es kein ernstes Einschreiten der kurdischen Sicherheitskräfte. Die angegriffenen Assyrer und andere Minderheiten sind die meiste Zeit auf sich selbst gestellt.

Shlemon Yonan, Vorsitzender des ZAVD äußerte sich zu den Angriffen mit den Worten:

„Wir sind über diese Attacken und den Handlungsmandel der kurdischen Behörden empört, zumal diese oftmals beteuerten, sie seien laizistisch und für das Wohl der Assyrer engagiert. Gerade eine Opfer-Gesellschaft des Saddam-Regimes sollte nicht zum Täter werden“.

Das Wall Street Journal schrieb am 5. Dezember, die KRG habe außerhalb ihrer legalen Grenzen, in die Ninive Ebene, die letzte verbliebene assyrische Hauptenklave im Irak, ihre Soldaten ausgesandt, um dort zu patrouillieren, was assyrischen Repräsentanten die Sorge bereitet, die KRG sei mehr daran interessiert, ihre Grenzen über die Ninive Ebene hinaus zu erweitern, als dort für den Schutz der Assyrer zu sorgen. Der Handlungsmangel der kurdischen Behörden zu diesen Attacken verstärkt die Annahme, dass die kurdische Regionalregierung nicht im Interesse der Assyrer ihren Einfluss in der Ninive Ebene ausübt.

Seit vielen Jahren schon beobachten wir, dass die Regierungen im Irak nicht willens sind, für einen wirksamen Schutz ihrer assyrischen Bürger zu sorgen. Daher appellieren wir an die irakische Zentralregierung, die KRG und an den mitteleuropäischen Staaten, sich für den Erhalt der assyrischen Ureinwohner im Irak einzusetzen durch die Errichtung einer administrativen Zone für Assyrer und andere Minderheiten in der Ninive Ebene, gemäß irakischer (Art. 125) und kurdischer (Art. 35) Verfassung. Weiterhin fordern wir von der KRG, die Täter dieser Angriffe zu bestrafen und den Opfern Entschädigung zu leisten.

Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen
– Der Vorstand –

Originale PDF – ZAVD Stellungnahme: Kurdenangriffe vom 08. Dezember 2011

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