Diyabakir

Türkische Regierung nimmt Assyrer unter Beschuss

Der Konflikt zwischen den kurdischen Milizen und der türkischen Regierung weitet sich aus. Die Assyrer in der Türkei sind nun ebenfalls direkt von dem Konflikt betroffen. Der Stadtteil Sur in Diyabakir, in welchem Assyrer leben, wurde heute, dem 28. Januar 2016, von der Türkei unter Beschuss genommen. Die syrisch-orthodoxe St. Marienkirche, in welcher Gemeindepfarrer Yusuf Akbulut lebt, wurde dabei getroffen.

Da das türkische Militär plant, die Kirche als Stützpunkt zu verwenden, mussten Pfarrer Akbulut und seine Familie aus der Kirche und dem Stadtteil fliehen. Noch befinden sie sich jedoch in Diyabakir. Yusuf Akbulut war der erste Pfarrer, welcher den Genozid an den Assyrern, Armeniern und Pontos-Griechen als Solchen benannt hat, weswegen er in der Türkei vor Gericht stand.

Sabo Akgül beim Naum Faik Haus

Sabo Akgül beim Naum Faik Haus

Die Provinzstadt ist reich an assyrischer Kultur. Noch ist unklar, wie hoch das Ausmaß der Zerstörung ist und ob Beispielsweise das Naum Faik Haus ebenfalls getroffen wurde. Ebenfalls is ungewiss, wie weit die Zerstörung noch voranschreitet, nachdem die türkische Regierung plant, die Truppen in das Stadtteil Sur zu verlegen.

Der Bombenbeschuss zeigt wieder einmal, dass die türkische Regierung billigend Verluste anderer ethnischen Gruppierungen in Kauf nimmt, einzig um die eigenen Interessen zu wahren.

„Die Türkei muss endlich anfangen ihren Völkerreichtum zu akzeptieren und die kulturelle Vielfältigkeit ihres Landes zu wahren. Nicht nur die Kurden sind ein Teil der heutigen Türkei, sondern auch andere indigene Völker, wie die Assyrer mit ihrer Jahrtausend alten Geschichte, Sprache und Kultur.“, so Sabo Akgül, zweiter Vorsitzender des Assyrischen Zentralverbandes in Deutschland.

Quelle: ZAVD

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