Frauentagung

30 Jahre Assyrische Frauengruppe Augsburg

Die Frauengruppe des Assyrischen Mesopotamien Vereins hat ihr 30 jähriges Bestehen zum Anlass genommen, eine Frauentagung am 08.-10. November 2013 zu organisieren, zu der 30 assyrische Frauen, vornehmlich aus Augsburg und Gütersloh, anwesend waren.

Einführend wurde auf drei Jahrzehnte andauernde Frauenarbeit im Mesopotamien Verein zurückgeblickt, bei dem die intensive und erfolgreiche Aktivität der assyrischen Frauen hervorkam.

Der anschließende Vortrag von Anisa Saed-Yonan (Dipl. Psychologin) beinhaltete das Thema der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Dabei ist zu verzeichnen, dass insbesondere Frauen die Wertung ihres Umfeldes über sich selbst verstärkt Bedeutung schenken. Im Alltag machen sie sich relativ schnell ein (positives) Bild von anderen Menschen, wobei dieses nur in Teilen das Ergebnis genauer Beobachtung ist. Der darauf folgende Vergleich mit sich selbst habe dann oft einen negativen Einfluss auf die Selbstwahrnehmung. Insbesondere Frauen haben infolgedessen ein verzerrtes Bild von sich selbst, verursacht durch die Akzeptanz und Annahme gesellschaftlicher Restriktionen. Ein nach außen getragenes falsches Selbstbild kann bei gleichzeitig unpassendem Verhalten jedoch zu sozialen Problemen führen. Um diese Situation nicht herbeizuführen, so Frau Saed-Yonan, sei eine Haltung wichtig, bei der die Wahrnehmung des Umfeldes kein Maß für das eigene Tun und Handeln annimmt.

30 Jahre Assyrische Frauengruppe Augsburg

09.11.2013 | Augsburg

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Mit einem gänzlich anderen Thema befasste sich George Farag mit seinem Vortrag zum „Einfluss assyrischer Lieder und Texte auf die Identitätsfindung in der Diaspora“. In einer Präsentation durchlebten die Anwesenden die biographischen Etappen des Sängers und Schauspielers. In seinen Aufführungen und Filmen diagnostiziert und prangert er die gesellschaftlich und kulturell bedingten Konventionen und Entwicklungen an. Seine durchgängige Methode sei dabei die auf Comedy basierende Interpretation dieser sozialen Handlungsanweisungen. Sein Bestreben richtete sich dabei stets an die Schärfung des Bewusstseins jedes Einzelnen, dass Konventionen auch als Mittel einer Einschränkung von Personen hinsichtlich ihrer Rechte und Möglichkeiten verwendet werden und hier Einhalt geboten werden muss.

Das am darauffolgenden Tag von Anisa Saed-Yonan behandelte Thema, das im Bereich der Entwicklungs-psychologie angesiedelt ist, befasste sich mit „Generationskonflikten und deren Bewältigungsmöglichkeiten“. Derartige Kontroversen, die nahezu in allen Kulturen belegbar sind, beruhen auf verschiedene Ansichten und Interessenslagen zwischen der jüngeren und älteren Generation. Besonders innerhalb unseres Volkes haben die Konflikte einen verstärkten Ausschlag: Während in früheren Zeiten die Anerkennung und der Respekt vor der älteren Generation von großer Bedeutung war, hat heutzutage jede Person ihre Berechtigung. Dieses unterschiedliche Verständnis, die verschiedenen Ansichten und Erwartungen ergeben größere Konflikte. Möglichkeiten, diese Auseinandersetzungen zu minimieren, bestehen im Erlangen eines Verständnisses für die Belange der anderen Generation und eines permanenten Austausches.

Mit der Evaluierung der besprochenen Themen endete das sehr ertragreiche Wochenende der Assyrischen Frauengruppe.

Yildiz Cansu

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