Assyrische Demokratische Organisation

ADO verurteilt den Angriff der kurdischen Assayish-Einheiten in Qamishli

Am Sonntag, den 11. Januar 2016 brachen im al-Wusta-Viertel in Qamishli Auseinandersetzungen aus zwischen den Kämpfern der Sootoro-Einheiten und den kurdischen Assayish-Einheiten, die der öffentlich bekanntgegebenen Selbstverwaltung angehören. Die Bewohner von Al-Wusta sind überwiegend Assyrer und Christen. Die Angriffe führten zum Martyrium eines Sootoro-Mitgliedes und eines Zivilisten, zudem wurden einige Kämpfer auf beiden Seiten verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert.

Die bewaffneten Auseinandersetzungen brachen zwischen den beiden Seiten aus, als Mitglieder von Sootoro, die einen der assyrischen Nachbarcheckpoints bewachten, die kurdischen Assayish daran hinderten, die Checkpoint-Barrieren gewaltsam zu entfernen. Dies führte dazu, dass die kurdischen Assayish-Kräfte das Feuer auf die Sootoro-Posten eröffneten und dabei Gaby Daoud töteten sowie seinen Kollegen Gaby Barsoum verletzten. Dann stießen die kurdischen Assayish mit einem Totalangriff auf die benachbarten assyrischen Eingänge nach und sie entfernten die meisten der Barrieren mit mechanischer Ausrüstung, die sie mitgebracht hatten, was ihre bestimmte Absicht bestätigt. Die Sootoro-Kämpfer waren gezwungen zu reagieren und feuerten zurück, inmitten der Panik und Furcht der assyrischen Zivilbevölkerung in der Nachbarschaft.

In den frühen Morgenstunden hatten die Sootoro-Wachen mit Genehmigung oder Anordnung der Regierungs-Sicherheitskräfte die in die vorwiegend assyrische Nachbarschaft von al-Wusta führenden Straßen geschlossen, die extrem nahe zu ihren Hauptquartieren liegen. Die Entscheidung, die Eingänge zu schließen, wurde aus Furcht auf einen wiederholten terroristischen Anschlag auf die Nachbarschaft getroffen, der in ähnlicher Weise am 30. Dezember 2015 passierte.

Wir von der Assyrisch Demokratischen Organisation (ADO) verurteilen diesen Angriff durch die Assayish-Kräfte und machen sie in vollem Umfang verantwortlich für den Tod der Märtyrer während des Konflikts. Eine solche irrationale Gewaltanwendung zeigt den Mangel an Glaubwürdigkeit, eine wahre Partnerschaft aufzubauen, jetzt und in der Zukunft. Wir blicken mit großem Argwohn auf die Motive hinter diesem Angriff; besonders seit sie (Rojava Assayish) auf ihrer offiziellen Seite eingeräumt hat, dass die Entscheidung für diesen Angriff wegen der Errichtung von Checkpoints und Barrikaden durch die Sootoro gefällt wurde. Ihr Verhalten hat zur Steigerung der Sorge, Furcht und Vertrauensverlust beigetragen, was extrem zerstörerisch für unsere Gesellschaft ist und bei der Bevölkerung den Verlust von Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft verursacht. Diese Aktionen stehen im Gegensatz zu ihren Slogans von Koexistenz und einer demokratischen Gesellschaft. Dies wird dazu führen, dass die Assyrer und Christen Syriens aus dem Land fliehen und genau dies trägt neben dem Regime und den Terrororganisationen zum Massenexodus der Assyrer und Leerung der Region von einer ihrer indigenen Komponenten bei.

Die ADO drückt ihre äußersten Bedenken über die Entscheidung der Sootoros aus, eine solche wichtige Aufgabe exklusiv durchzuführen. Wir rufen ihre Mitglieder, die unser Volk, Familien und Kinder sind, auf, sich nicht auf solche Konflikte einzulassen. Es ist wichtig, in dieser sensiblen Periode in der syrischen Jazira-Region das Ausmaß der überlappenden Interessen zu verstehen. Sie müssen sich der Agendas der Gruppen bewusst sein, die versuchen, Vorteile zu ziehen aus ihrer Energie und ihrer Begierde Opfer zu bringen, um der Agenda dieser Gruppen zu dienen, was von der ADO hoch geschätzt wird. Sie müssen aus diesem jüngsten Vorfall lernen, den beabsichtigten Interaktionen der Regimekräfte zu folgen, nicht nur die zivile Bevölkerung zu beschützen, auf welche viele sich verlassen, sondern auch, einen solchen Konflikt zu verhindern, der von jedem erwartet und vorausgesagt wurde.

Die Assyrische Demokratische Organisation ist aufgebaut auf ihrer nationalen Aufgabe, klaren Vision und moralischen Ziele, ebenso wie dem Beharren auf die zunehmende Erkenntnis des außerordentlichen und gefährlichen kritische Augenblicks, dem unser Volk gegenübersteht. Trotz allem, was die ADO erlitten hat, fährt sie fort, Bedrohungen, Festnahmen und Verfolgung ihrer Mitglieder zu überstehen als Ergebnis ihrer Standpunkte;  sie sieht, dass die einzige Lösung für die Assyrer und Christen allgemein in einem freien demokratischen Syrien mit einer völligen Teilhabe aller Bürger liegt. Die ADO erneuert ihren Standpunkt, dass es keine explizite assyrische Lösung für unser Volk gibt  und auch keine christliche Lösung für Christen in Syrien, aber eine syrische Lösung , die nur durch eine gemeinsame Partnerschaft aller Syrer und der politischen und zivilen Kräfte Syriens erreicht werden kann. Die fortdauernde Herrschaft des unterdrückenden und korrupten Regimes wird nicht in Stabilität enden, sondern wird fortfahren die Gesellschaft zu bedrohen, bis sie letztlich zusammenbricht. Die ADO wiederholt ständig ihren Aufruf an die Institutionen und politischen Parteien unseres Volkes, ihre Differenzen zu überwinden und zusammen in einen Dialog einzutreten, um gegenseitiges Verständnis und die Vision einer gemeinsamen Zukunft unseres Volkes in der Heimat zu schaffen und zusammenzuarbeiten, um den Schmerz zu lindern und unserem Volk Sicherheit zu bringen.

Wir beten für die Seelen der Märtyrer und wir wünschen den Verwundeten eine schnelle Genesung.

Lang lebe Syrien als ein freies und vereinigtes Heimatland für all seine Bürger.

Assyrian Democratic Organization
Syria, 13-January-2016

 

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