Größtes Verbrechen der Gegenwart

IS zerstört einzigartige Kulturgüter aus assyrischer Zeit

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Norden des Iraks einzigartige Kulturgüter aus altorientalischer Zeit zerstört. Darunter ist eine assyrische Türhüterfigur, die mehr als 2.600 Jahre alt ist. Ein Internetvideo der Extremisten zeigt, wie IS-Anhänger im Museum der Stadt Mossul und an der Grabungsstätte Ninive bedeutende Bildwerke aus der Antike zertrümmern.

Experten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei vielen der zerstörten Stücke um Originale handelt. Die Türhüterfigur sei eine „Ikone der altorientalischen Bildkunst“, sagte Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, am Donnerstag. „Das ist so, als würde jemand die Sphinx in Ägypten zerstören.“

Die Figur ist laut Experten Teil des assyrischen Nergal-Tores aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Es gehörte zur Befestigung von Ninive, dem Zentrum des assyrischen Reiches.

Die Zerstörung der einzigartigen altorientalischen Statuen im Nordirak durch die IS-Terrormiliz ist nach den Worten des irakischen Antikenministers Adil Fahd Scharschab eines der größten Verbrechen der Gegenwart. Die Tat des Islamischen Staates (IS) bedeute nicht nur für den Irak einen riesigen Verlust, sondern für die gesamte Menschheit, sagte er am Donnerstag irakischen Medien zufolge.

Nach Angaben des irakischen Provinzgouverneurs der Region, Athil Nudschaifi, handelte es sich bei den zerstörten Objekten sowohl um Originale als auch um Kopien. Einige der echten Statuen seien glücklicherweise nach Bagdad gebracht und durch Nachahmungen ersetzt worden, sagte er nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw.

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