Sabri Atmas Reise nach Österreich

„Vier Tage in Wien“

Im letzten Jahr war ich genau dreimal in Wien. Diese Stadt imponiert mir und beeindruckt mich sehr. Ich habe hier während meines fünf jährigen Aufenthaltes in Österreich, sehr wertvolle Bekanntschaften gemacht, die ich mittlerweile zu meinen engsten Freunden zählen darf.

1980 war der militärische Putsch in der Türkei. Kurz zuvor bin ich als politisch verfolgter Asylant nach Wien immigriert. Hier existierte bereits eine sehr aufregende politische Aktivität. Diese Aufruhre gegen den militärischen Putsch in der Türkei wurden in Form von Hungerstreike und Demonstrationen verursacht. Obwohl Jahre seitdem vergangen sind kommen sämtliche Erinnerungen in mir auf und alles lebt in mir von neuem auf.

Als ich zuletzt vor ungefähr acht Monaten hier war, hielt ich einen Vortrag gegen die Vertreibung der Assyrer „Seyfo“, womit ich sehr viel Aufmerksamkeit auf mich gelenkt habe. Selbst die türkischen Medien waren an meinem damaligen Vortrag sehr interessiert.

Der Grund meines jetzigen Besuches in Wien ist, Vorbereitungen für einen Vortrag an der Uni Wien und/oder am österreichischen Parlament zu treffen gegen die Vertreibung der Assyrer „Seyfo“, abhalten zu dürfen.

Gleich am nächsten Tag meiner Ankunft hielt ich eine Rede in einem Wahllokal der SPÖ für meine assyrischen Freunde. In diesem Vortrag wurden meine Freunde über sämtliche Tätigkeiten und Aktivitäten über das „Seyfo“ Center informiert.

Am zweiten Tag setzten wir uns mit Sprecher der SPÖ und der Grünen in Verbindung und wir werden hiervon die Früchte tragen.

Am dritten Tag hielten wir eine Presseversammlung, wo wiederum das Interesse sehr groß war. Der Vortrag dauerte 10 Minuten und beinhaltete die bisher gesetzten Aktivitäten zum Thema „Vertreibung der Assyrer im Jahr 1915.“

Die Fragenflut der Presse dauerte 2 Stunden lang. Einige Fragen der Presse irritierten mich. Ich empfand viele der gestellten Fragen für nicht wirklich relevant zu meinem vorgetragenen Thema. Jedoch waren diese Fragen vorher bestimmt, wie z.B. wen interessiert mein Dorf, wo ich geboren wurde?

Oder die nächste Frage war: “Wir wissen, dass Sie in viele Länder und Städte umherreisen und die Inhalten Ihrer Reden sind uns bekannt. Wer sind diejenigen die Sie finanzieren und Sie bei Ihren Aktivitäten unterstützen?“

Auf derartige irrelevante Frage legen die türkischen Medien leider viel Wert.

Zum Schluss möchte ich betonen geben, dass es am Jahresbeginn 2007 entweder an der Wiener Universität oder am Österreichischen Parlament eine Konferenz zu dem Thema stattfinden wird.

Sabri Atman

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