Hauptkirche St. Petri

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Bei der Petrikirche 2
Hamburg


20095
Deutschland


Der 24. April ist der Gedenktag an den Genozid im Osmanischen Reich: Am 24. April 1915 ließ die türkische Regierung führende armenische Intellektuelle und Politiker in der Hauptstadt Konstantinopel verhaften und ins Landesinnere verschleppen, wo die meisten von ihnen ermordet wurden. Die Verhaftungen bildeten den Auftakt zu einem Genozid, dem 1,5 Mio. Armenier sowie hunderttausende von Assyrern-Aramäern zum Opfer fielen.

Die armenischen Wehrpflichtigen in der osmanischen Armee waren bereits Anfang 1915 entwaffnet und in Arbeitsbataillone gesteckt worden. Nachdem sie unter grausamsten Bedingungen ihre Arbeit verrichtet hatten, wurden sie getötet.

Zur Vernichtung der armenischen und assyrisch-aramäischen Bevölkerung setzte die Regierung „Sondereinheiten“ und reguläre Truppen ein. Vor allem in den östlichen Provinzen des Reiches wurden die Armenier und Assyrer-Aramäer bereits vor Ort niedergemetzelt. Zehntausende von Frauen und Kinder wurden verschleppt.

Der deutsche Sanitätsoffizier Armin T. Wegner, der während des 1. Weltkriegs Zeuge der Verbrechen wurde, schrieb über die Deportationszüge: „Gebirge von Toten waren es, die diese Wege der Schmach und der Verzweiflung bedeckten“. Wer den Todesmarsch in die Wüste überlebte, ging dort in den Lagern qualvoll an Hunger und Krankheiten zu Grunde.

Raphael Lemkin, der Schöpfer des Begriffs Genozid, schrieb: „Die Leiden armenischer Männer, Frauen und Kinder, die in den Euphrat geworfen oder auf dem Weg nach Der-Zor massakriert wurden, haben den Weg für die Annahme der UN-Genozidkonvention vorbereitet.“

Deutschland und das Osmanische Reich waren während des 1. Weltkriegs Verbündete. Einzig die kaiserliche Regierung in Berlin hätte die Deportationen und das Morden aufhalten können – sie tat es aber nicht. „Unser einziges Ziel ist“, so Reichskanzler Bethmann Hollweg, „die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht“. Der Bundestag erinnerte im Jahr 2005 in einem Beschluss an das Verbrechen und „die unrühmliche Rolle des Deutschen Reiches, das angesichts der vielfältigen Informationen über die organisierte Vertreibung und Vernichtung von Armeniern nicht einmal versucht hat, die Gräuel zu stoppen.“

Das Europäische Parlament und zahlreiche nationale Parlamente haben den Genozid anerkannt. Bedeutende wissenschaftliche Institutionen wie die „Internationale Gesellschaft der Genozidforscher“ sowie Wissenschaftler, Schriftsteller und Persönlichkeiten des politischen und gesellschaftlichen Lebens haben die türkische Regierung immer wieder aufgefordert, dies ebenfalls zu tun. Unbeeindruckt von allen Appellen setzt die Türkei ihre Leugnungspolitik fort.
Ansprachen
Cem Özdemir
Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Ali Ertan Toprak
Stellvertretender Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland

Erzbischof Karekin Bekdjian
Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland
Musikalisches Rahmenprogramm
Mädchen-Chor der syrisch-orthodoxen St. Dimet Gemeinde

Deutsch-Armenischer „Gayane Chor“ Leman Stehn
Moderation
Anni Kluge

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