Es reicht! Übergriff auf assyrischen Fußballspieler!


Schon wieder ist es geschehen. Und an einem neuen Höhepunkt angekommen. Der institutionalisierte Hass gegen die Assyrer nimmt immer neue, deutlichere und greifbarere, Formen an. Was mit Videos auf Youtube, in denen Jugendliche beim Verbrennen der assyrischen Flagge zu sehen waren oder MMS, bei denen andere auf die selbige urinieren, begann, ist nun in einen tätlichen Angriff auf einen Spieler von Assyriska FF übergegangen.

Am Samstagabend betrat Assyriskas Nachwuchshoffnung Gabriel Awrohum die Sportbar O’Learys in Södertälje in einem Assyriska FF-Sweatshirt. Nur wenige Stunden waren vergangen, seit dem man dem Lokalrivalen Syrianska FC die Aufstiegsspiele in die höchste schwedische Spielklasse in der letzten Spielminute vor der Nase weggeschnappt hatte. Vier Fans von Syrianska hatten dies scheinbar noch nicht verkraftet und forderten Gabriel Awrohum auf, sein Sweatshirt abzulegen. Gabriels Weigerung resultierte in einem brutalen Angriff auf den 18 jährigen Verteidiger; die Täter malträtierten seinen Kopf mit Fußtritten als er bewusstlos am Boden lag.

So weit ist es also bereits gekommen. Und ein Ende der Gewaltspirale ist nicht in Sicht. Weswegen? Weil es institutionalisierter Hass und instrumentalisierte Gewalt sind, mit denen wir es hier zu tun haben.

Während der letzten Jahrzehnte haben die Syrianska-Organisationen eine anti-assyrische Ideologie geschaffen, welche von einem enormen Hass gegen die Ideen, Ambitionen und Identität der Assyrer geprägt ist. Dieser Hass ist durch verschiedene Kanäle und Foren verbreitet worden, in den letzten Jahren vor allem durch den TV-Kanal Suryoyo Sat. Dessen Berichterstattung von den Derbybegegnungen zwischen Syrianska und Assyriska stellt ein klassisches Beispiel der Volksverhetzung dar. Bischof Benjamin Atas von der syrisch-orthodoxen Kirche in Södertälje hat in Wort und Tat zur Legitimierung der Gewalt beigetragen und bis zum heutigen Tag hat keine einzige der Syrianska-Organisationen Stellung gegen den immer deutlicher spürbaren Hass bezogen. Gegen die Gewalt. Kein konstruktives Wort in diesem Zusammenhang. Nichts.

Der Grund hierfür ist einfach: die schiere Existenz der Syrianska-Organisationen basiert auf selbigem Hass und ist daher abhängig von ihm. Der Hass ist das Hauptelement jener Ideologie, auf der diese Syrianska-(im internationalen Kontext ”aramäischen”) Identität seit Mitte der 70er Jahre basiert worden ist. Er ist noch immer ihre stärkste Antriebskraft.

Diese Institutionalisierung des Hasses ist der Hauptfaktor für das neue Niveau der Gewalt. Die obengenannten Organisationen und Repräsentanten tragen die Verantwortung für eine wachsende Zahl von Jugendlichen, welche sich in ihrem Hass bestätigt sieht. Und die Methodik ist altbekannt und weitverbreitet. Die Ermordung von Hrant Dink und der Missionare in Malatya als direkte Konsequenz der Schaffung einer Atmosphäre des Hassens sind nur zwei Beispiele hierfür. Hass und Gewalt werden in Stellungnahmen der Führung ermuntert, das Läuten der Kirchenglocke und strafrechtlich fragwürdige Aussagen im Suryoyo Sat inbegriffen. Die wachsende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und der Angriff auf einen assyrischen Spieler sind als direkte Konsequenzen dieses Führungsstils zu betrachten.

Es reicht.

Auch das fortwährende Schweigen der assyrischen Seite ist mittlerweile peinlich. Sich hinter der Vision der Einheit (Huyodo) des Pioniers Naum Faik zu verstecken während man mit enormem Hass und roher Gewalt konfrontiert wird, ist feige und verantwortungslos.

Genug ist genug.

Es ist an der Zeit, dem Extremismus und der Ignoranz die Stirn zu bieten.


Aryo Makko
Doktorand am Historischen Institut, Universität Stockholm



Weitere Links:
http://www.aftonbladet.se/sportbladet/fotbollsbladet/sverige/superettan/article6022625.ab
http://lt.se/sport/1.612339
http://www.aina.org/guesteds/20091027040852.htm
http://www.auf.nu/viewarticle.php?id=796